Iran: Ein Blick hinter die Informationssperre

Iran: Ein Blick hinter die Informationssperre
Mettmann. Nachdem die USA und Israel den Iran am 28. Februar 2026 angegriffen haben, ist das Land in Vorderasien („Nahost“) auch in Europa ein dringliches Thema: Seit der Iran im Zuge des Krieges die wichtige Handelsschifffahrtsroute durch die Straße von Hormus gesperrt hat, wirkt sich die militärische Auseinandersetzung zum Beispiel extrem auf die Spritpreise an unseren Tankstellen aus. Auch Anrainerstaaten in Nahost werden in Mitleidenschaft gezogen.
Bereits im Dezember 2025 und Januar 2026 rückte der Iran in den Fokus, nachdem der Staat Demonstrationen gegen das dortige Mullah-Regime und unter anderem die iranische Wirtschaftskrise mit Massakern niedergeschlagen hatte.
Seitdem ist es schwierig bis unmöglich, an Informationen zu gelangen, wie es in dem Land wirklich aussieht und was dort vor sich geht. Einen Blick hinter die Nachrichtensperre gewährt der Vortrag am Donnerstag, 24. September, 19 Uhr, im VHS-Raum, Düsseldorfer Str. 14a mit dem gebürtigen Iraner Said Boluri, zu dem die Kampagne vielfalt. viel wert. im Caritasverband für den Kreis Mettmann in Kooperation mit der Volkshochschule Mettmann-Wülfrath einlädt.
Der Sozialwissenschaftler Said Boluri flüchtete 1990 mit seiner Familie über die Türkei nach Deutschland. 2019 veröffentlichte er seine Erfahrungen in dem Buch „Der Himmel über der Grenze“. In seiner Lesung aus dem autobiografischen Buch erzählt Said Boluri von seiner Kindheit im Iran, der Flucht seiner Familie nach Deutschland und dem Leben zwischen zwei Kulturen. Seine persönliche Geschichte macht erfahrbar, welche Folgen politische Verfolgung, Flucht und Neuanfang für einen Menschen und seine Familie haben.
Im Anschluss an die Lesung folgt der Vortrag „Stimmen der Straße“, in dem Boluri Originalstimmen aus der iranischen Protestbewegung zu Gehör bringt. Die Berichte und Botschaften von Frauen und Männern aus dem Iran geben Einblick in ihren Alltag, ihren Widerstand gegen das Regime und ihre Hoffnungen auf Freiheit und gesellschaftlichen Wandel.
Lesung und Vortrag verbinden persönliche Erfahrungen mit der aktuellen Situation im Iran. Sie eröffnen einen Zugang zu den Hintergründen der Protestbewegung und laden dazu ein, über Flucht, Freiheit, Menschenrechte und gesellschaftliche Verantwortung ins Gespräch zu kommen.
Die Teilnahme ist kostenfrei; Anmeldungen per Mail an vielfalt@caritas-mettmann.de bis zum 22. September sind erforderlich.